Die letzten 1.000 Jahre in 32 Worten

“Leif Eriksson segelte, Gutenberg druckte, Galileo wagte, Shakespeare dichtete, Elisabeth regierte, Mozart komponierte, Jefferson entwarf, Bolivar befreite, Lincoln bewahrte, Einstein traeumte, Atatürk baute, Roosevelt führte, Gandhi predigte, Mutter Teresa heilte, Mandela triumphierte.”

(US-Pres. Bill Clinton über die letzten 1.000 Jahre in 32 Worten.)

Kemal Pascha war natürlich in Indien bei den Moslems ebenso wie bei den Hindus beliebt. Er hatte nicht nur die Türkei von fremder Herrschaft befreit und vor der Aufteilung bewahrt, sondern hatte auch die Machenschaften der europ. Imperialistischen Maechte, besonders Englands, vereitelt. Die darauffolgende antiklerikale Reformpolitik liess Kemals Popularitaet bei den orthodoxen Moslems zwar sinken, doch gerade diese Politik machte ihn bei der jüngeren Generation, sowohl bei Hindus wie auch bei Moslems, noch beliebter. (Jawaharhal Pandit Nehru, Ministerpraesident von Indien, “Entdeckung Indiens”. 1944

“Wenn nicht gar die grösste Persönlichkeit der Menschengeschichte, so doch zumindest die grösste Persönlichkeit ihrer Zeit.” (Egyptian Gazete)

“Atatürk gehörte zu den wenigen Staatsmaennern nach 1918, die sich durch Maessigung, Weitsicht und vorwaertsweisende Ideen auszeichneten und nicht durch Ressentiments die geringen Chancen verspielten, die es gab, diesen labilen Nachkriegsfrieden zu retten. Er war – aehnlich wie die Aussenminister Frankreichs und Deutschlands, Aristide Briand und Gustav Stresemann – bemüht, das sehr brüchige Fundament der europ. Friedensordnung zu staerken.” (Walter Leisler Kiep, “Atatürk in deutscher Sicht”. Köln 1982)

Mustafa Kemal war ein Mann, der nicht zur rechten Zeit geboren wurde, ein lebender Anachronismus, ein schoffe Rückkehr zu den Tataren der Steppe, ein Wesen, das von elementarer Vitalitaet war … mit seinem militaerischen Genie und seinem unbezaehmbaren Willen, den weder Gefühle noch moralische Vorurteile hinderten, haette er ein Tamerlan oder Dschingis Khan werden können … aber er war der Erbe eines verwesenden Reiches, das in die Ausmasse eines kleinen Reiches zurückgedraengt worden war … ausgestattet mit dem Geist eines Imperators, lebte er in einem bescheidenen Haus in dem Dorf Çankaya: ein Schulmeister, im Gehrock, dessen wichtigste Waffen eine Schreibkreide und eine schwarze Tafel waren … seine Grösse lag in der Art, in der er sich dies zu Bewusstsein nahm – und wie er es akzeptierte. (H.C. Armstrong, “Grey Wolf”. London 1936)

“The name of Atatürk brings to mind, the historic accomplishments of one of the great men of this century.” (John F. Kennedy in Washington D.D. 1963)

“Solange nicht das Leben eines Volkes bedroht wird, ist Krieg immer Mord.” Mustafa Kemal Atatürk 1923

Mit Lob könnt ihr ihm nicht gerecht werden. Seine Größe könnt ihr nicht ermessen. Er gleicht einem riesigen Berg. Wer an dessen Hängen lebt bemerkt seine Größe nicht. Um seine Dimensionen zu begreifen muss man ihn aus der Distanz betrachten.
Diese Worte stammen von dem französischen Diplomaten Claude Farrere.
Und Winston Churchill sagte, „Wenn Atatürk noch unter uns weilen würde, hätte die heutige Welt eine andere Gestalt. Die UNESCO definierte ihn als „Beispielhaftes Symbol der gesamten Menschheit“. Außerdem hatte er eine facettenreiche und außergewöhnliche Persönlichkeit.
Es war zu der Zeit, als die Verfassung zu den ersten Malen debattiert wurde. Ein konservativer Abgeordneter und Jurist, der Atatürk blamieren wollte sagte, „Was ist das denn für ein System, das sie da etablieren wollen. Dafür finden sie in keinem juristischen Buch einen Anhaltspunkt.“
Auf die lautstarke Ansprache des Abgeordneten, antwortete Atatürk gelassen.
„Man muss alles in der Praxis ausprobieren. Erst aus diesen Erfahrungen können dann Prinzipien und Regeln entstehen.“ Nachdem Atatürk eine Weile geschwiegen hatte, blickte er fest in die Augen des Abgeordneten und sagte mit einer klaren Stimme, „Ich mache das System, dann könnt ihr es ja aufschreiben“. Atatürk hatte die Marotte, seine Zeitgenossen spontan mit Fragen und kleinen Tests zu konfrontieren. Einmal bei einer fröhlichen Tischrunde drehte einer seiner Gäste den Spieß herum und sagte, „Bitte um eine Antwort mein Pascha, was ist ein Genie?“ Ohne einen Augenblick zu zögern oder auch im Geringsten düpiert zu sein, antwortete er.
„Ein Genie ist jemand der etwas schafft, das in der Zukunft Anerkennung und Lob findet, in der Zeit seines Entstehens jedoch als Verrücktheit angesehen wird.“
Atatürks diplomatisches Geschick war außergewöhnlich. Eines Tages war eine Konferenz mit den Briten vorgesehen. Für diese Konferenz wurde ein Verantwortlicher aus Großbritannien erwartet. Der britische Botschafter jedoch war entschieden gegen diese Konferenz. Es war aber nicht möglich die Konferenz abzuhalten, ohne den Botschafter einzuladen. Bei einer Einladung hingegen bestand die Gefahr, die Konferenz durch die Haltung des Botschafters negativ zu beeinflussen. Die Verantwortlichen fragten Atatürk um Rat.
Die Situation war verworren. Atatürk befahl die Konferenz im Palais abzuhalten. Bei der Konferenz schließlich war der Botschafter anwesend. Und auch Atatürk war gekommen. Nachdem ein Minister die Sachlage erörtert hatte, meldete sich der Botschafter und bat um das Wort.
Atatürk sagte, „ Nein ich werde ihnen das Wort nicht erteilen.“ Der Botschafter fragte etwas perplex, „Warum nicht Exzellenz?“ „Lieber Botschafter, sie sind mein persönlicher Freund. Ich weiß, dass sie sich zu meinen Gunsten aeussern würden. Dann aber würde die Neutralität der Konferenz nicht mehr gewährleistet sein. Lassen sie uns beide schweigen. Die anderen werden das schon machen.
Nun zu einer Erinnerung des Diplomaten Firuz Kesim, die die Intuition Atatürks für Menschen anschaulich macht. „Ich war Generalkonsul in Paris. Für einige Amtsgeschäfte weilte ich in Ankara. Atatürk hatte mich zum Abendessen ins Palais Çankaya eingeladen. Es waren die Tage, an dem die neue türkische Sprachregelung. Und genau darüber wurde auch gesprochen, als ich im Palais ankam. Im Raum stand eine Schiefertafel. Atatürk demonstrierte bestimmte Dinge oder rief einen Abgeordneten an die Tafel, um ihn zu prüfen. An mir ließ er diesen Kelch vorüber gehen. Plötzlich sprach er mich an und fragte, „Was macht dieser Mann?“ Er meinte Laval, der zu jener Zeit französischer Ministerpräsident war.
Dieser unsymphatische Zeitgenosse hat seine Alliierten verraten. Passt auf liebe Freunde, eines Tages wird er auch sein land verraten und das wird er mit seinem Hals bezahlen. Genauso sollte es kommen. 10 Jahre später wurde er vor einem Kriegsgericht wegen Verrat zum Tode durch den Strang verurteilt.
Atatürk sagte, „ Ein großer Mann zu sein, bedeutet nicht zu buckeln und nicht zu heucheln, sondern zu sehen, was die wirklichen Notwendigkeiten sind und unbeirrbar auf dieses Ziel hinzumarschieren. Jeder wird seine eigene Meinung durchsetzen wollen. Man wird versuchen dich von deinem Weg abzubringen. Macht nichts. Du wirst deinen Weg fortsetzen, obwohl man Hürden vor dir aufbaut. Aber wähne dich schwach und klein, nicht stark und erwarte von niemandem Hilfe und Unterstützung, dann wirst du am Ende die Hürden überwinden. Wenn dann aber einer vor dich tritt und sagt, du seiest ein großer Mann, dann wirst du nur lächeln und weiter deines Weges gehen.“
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