Ich möchte ein Export eröffnen !

Die Deutschtürken nennen Einzelhandelsgeschaefte, welche Elektro- und Geschenkartikel verkaufen ; EXPORT.

“Was für ein Geschaeft möchtest du eröffnen ?”

“Ich eröffne einen Export !”

Dabei beabsichtigt derjenige in keinsterweise Waren zu exportieren.  Sie verwirren diese Leute nur, wenn Sie fragen : Was möchtest du den exportieren ?

Wie ist es dazu gekommen ?

In den 70er Jahren beabsichtigt ein gewisser Benito Tamburi (Türke, Italiener, Grieche), der Vater meines Freundes Giorgio, nach dem er anfaenglich Elektrogeraete direkt vor den Wohnheimen der Gastarbeiter von damals verkauft hat einen Ladenlokal in der Weidengasse (Köln) zu eröffnen (heute steht dort ein Juwelierladen).

Er möchte Elektrogeraete, Geschenkartikel und kitschiges dazu verkaufen. Den Schriftzug TAMBURI EXPORT hatte er schon mit den selbstklebenden Buchstaben beklebt. Dann merkt er, dass die Buchstaben, um IMPORT zu schreiben, nicht ausreichen. Er belaesst es dabei. Da er der einzige ist, der solch ein Geschaeft betreibt, laeuft der Laden bombig. Danach besteht einfach nicht mehr die Notwendigkeit den Schriftzug um “Import” zu erweitern bzw. zu ergaenzen.  So glaubt jeder Türke, der in den Laden reingeht, dass er in einem “Export” einkauft, praktisch ein gleichlautender Begriff wie “Elektro- und Geschenkeartikelladen”.

Die Geschichte fiel mir ein, weil ein XING Kontakt bei mir anklopfte und fragte, ob ich ihm bei der Eröffnung eines Exports behilflich sein kann 🙂 Mich hat es gewundert, dass es den Begriff noch gibt und das ein 32 jaehriger  sogar mit diesem falschen Begriff operiert.

Das Beste kam hinterher. Als er seinen Businessplan mir schickte (ganz selten bei jungen Türken, dass die ein solches überhaupt haben) stand als Überschrift : Eröffnung eines Exports  🙂

Foto : Samowar-Teekocher, ein typischer Artikel aus einem EXPORT eines Türken.

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