Türkei/Syrien – Ausländische Investoren werden nicht nervös

Die ausl. Investoren bleiben gelassen. Als damals (1974) die Zypern-Offensive der türk. Armee begann, bestand keine große Gefahr, dass es in ein Krieg übergehen könnte. Trotzdem war das ausl. Kapital in Bewegung und verließ die Türkei.

Heute sind wir in einen Streit verwickelt und das schon seit Jahren, mit dem wir eine 877km lange Grenze haben, nämlich Syrien. Ein türkisches Kampfjet ist abgeschossen oder abgestürzt. Wenn es abgeschossen wurde, wissen wir nicht einmal womit.

An der Grenze zu Syrien haben sich mittlerweile zehntausende von Flüchtlingen in den Flüchtlingscamps auf der türk. Seite einquartiert. Sie kosten der türkischen Regierung viel Geld.flugzeug wurde, mit Verdacht auf Waffentransporte, zu einer Zwangslandung gezwungen.

Das türk. Parlament hat den Militärs den Einzug auf syrisches Hochheitsgebiet freigegeben. Sicher kann man noch vieles auflisten. All diese Punkte, sogar manchmal auch nur eines davon, reicht zu einer Eskalation zwischen Syrien und Türkei aus.

Was macht in diesem Fall das ausl. Kapital ? Nichts !

Sie ziehen nicht weg, wie damals 1974. Eines der Unterschiede zu damals sind die finanziellen Werte der Ausländer, die zum Ende September dieses Jahres 133,6 Mrd. USD betrugen und eine Rekordhöhe erreichten.

64,4 Mrd. USD sind Aktien, 51,5 Mrd. USD Inlandsstaatsanleihen, 17,1 Mrd. USD Einlagen und 433 Mio. USD Eurobond.

In 9 Monaten stiegen die Vermögen der ausländischen Investoren im Lande um satte 41%, welches einem Gegenwert von 39 Mrd. USD gleichkommt.

Diese Steigerungen und noch Mehr zeigen auf, dass man von einem klassischem Grenzstreit ausgeht und es nicht mehr werden wird, zwischen Syrien und der Türkei.

Würden die Ausländer das Kapital aus dem Land ziehen, würden in der Gegenbewegung, die Zinsen steigen.

Das momentan auf der Finanzebene alles ruhig bleibt, bedeutet nicht, dass es noch anders kommen kann. Jedoch würde das für die Ausländer diesesmal nicht leicht fallen, auszusteigen.

Zum einen; wem wollen sie die gewaltigen Mengen an Werte abstoßen ? Zum Zweiten ; wenn man die Inlandsstaatsanleigen abstoßen würde, müsste man diese, für den Transfer ins Ausland in Devisen umwandeln. So würde man nicht nur ein Verzicht auf den Gewinn haben sondern auch einen reellen Verlust, zumal die Devisenkurse in diesem Fall anziehen würden.

Auch bei den Aktien sieht es nicht anders aus. Verluste beim Verkauf, Verluste beim Umtausch !

Im türkischen sagt man, wenn jemand Geld im Spiel hat : “Elini taşın altına sokmak !” Was, sinngemäß bedeutet ; “Er hat eigenes Geld eingesetzt und seine Hand riskiert”. Das hätte allerdings in diesem o.g. Fall nur gegolten, wenn der Einsatz gering wäre. Die Ausländer haben aber dieses mal viel mehr riskiert als bisher dagewesen. Das bedeutet, dass sie nicht nur die Hand sondern den Körper riskieren, wenn sie sich zurückziehen.

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