Auch die Reichen liegen mal schief

Es ist eine meist sehr verschwiegene Gilde. Family Offices bieten eine Vielzahl diskreter Dienstleistungen für die besonders vermögende Kundschaft (ab 50 Millionen) an. Bei der Kapitalanlage lagen die Experten in diesem Jahr aber daneben.
Auch Edel-Berater haben nicht immer das richtige Händchen
Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Londoner Fachpublikation Campden FB mit einer Studie für das laufende Jahr. Danach müssen Europas vermögendste Familien die schlechteste Wertentwicklung seit fünf Jahren hinnehmen.
So lag der durchschnittliche Ertrag der Experten im Durchschnitt zwischen zwei und 3,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr, als die Wertentwicklung im Durchschnitt bei acht Prozent gelegen hatte.
Zum fünften Mal werten die Experten vom Campden in ihrer Studie die Ergebnisse der Family Offices, also der Vermögensverwaltungseinheiten für die Superreichen aus. Untersucht haben sie hierzu rund 60 Institutionen in Europa. Die verwalteten Vermögen reichten dabei von 50 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro.
Auf das falsche Pferd gesetzt
Grund für diese mäßige Entwicklung ist, dass die Profi-Verwalter zu sehr auf Anlageklassen wie Immobilien oder Cash gesetzt haben. Klassische Anlageformen wie Aktien oder Staatsanleihen wurden hingegen untergewichtet.
“Wir haben nicht so gut abgeschnitten wie es notwendig ist, um die Bedürfnisse der Familien zu erfüllen”, erklärte ein britisches Office selbstkritisch. Deshalb heißt es zukünftig wohl “Zurück zu den Wurzeln”, also weg von den zuletzt favorisierten Anlagen wie Kunst, Wälder oder Antiquitäten.
Ergeben hat sich aber auch, dass der Anteil der Engagements aus den Schwellenländern von 14 auf 20 Prozent gestiegen ist. Damit wollen vor allem größere Institutionen den Anteil mit höherem Risiko in den Portfolien zukünftig steigern.
“Vor der Finanzkrise waren die Family Offices oft Vorreiter für neue Anlageklassen, wie beispielsweise Hedge Fonds oder Rohstoffe, die ihnen oftmals überdurchschnittliche Erträge generierten. Die Botschaft der aktuellen Studie ist die, dass es für die Offices nun sehr viel schwerer ist, Übererträge zu erzielen”, erklärt Andrei Potelnicu von Campden.
“Dies nicht zuletzt aufgrund des Verständnisses für das notwendige Management des Portfolio-Risikos bei einer gleichzeitig langfristigen Investmentstrategie”, fährt Potelnicu fort.
http://boerse.ard.de/meldungen/auch-die-reichen-liegen-schief100.html
foto : eines der wundervollen fotos von www.romain-laurent.com
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