Türkei – Luftverkehr und Schiene verdrängen die Top-Branche der Türkei

busterminalDa die Schiene (Eisenbahnnetz) in der Türkei fehlte und die Inlandsflüge nicht gerade günstig waren, war der gesamte personen Fernverkehr auf die Reisebusse abgestellt. Dann kam aber alles anders. Zuerst wurden die Flüge günstiger. Wenn man 1-2 Wochen vorher bucht, kann man auch die entferntesten Inlandsflugverbindungen für 20-30 Euro (einfacher Flug) bekommen. So habe ich z.B. letzte Woche für den Flug Istanbul-Antalya 59 TL ( 25 Euro) bezahlt (1 Stunde Flugzeit). Mit dem Bus hätte die Reise ca. 12 Stunden gedauert und 75 TL (32Euro) gekostet.

Zu den günstigen Flügen kommt jetzt noch hinzu, dass man auf die Schiene setzt. Innerhalb der nächsten 2-3 Jahre sollen schon Superschnellzüge zwischen den Metropolen verkehren. Auch die anatolischen Städte sollen über die Schiene zu erreichen sein. Die Gesamtentwicklung hatte zur Folge, dass ein Busunternehmen nach dem anderen aufgeben musste. Vor 10 Jahren hatten noch ca. 600 Busunternehmen ein Fernverkehrslizenz. Heute sind es nur noch 330. Der Dachverband bestätigt, dass jeden Monat mind. einer aufgibt. Die Anzahl der Verkehre ist, innerhalb der letzten Jahre, um 30% zurückgegangen. Die Busse sind im Durchschnitt nur 40% Sitplatzauslastung.

Am schwersten sind die Unternehmen betroffen, die Strecken von 600km und mehr pro Fahrt zurücklegen müssen. Diese machen jetzt, statt 3mal täglich, nur eine Fahrt und arbeiten nur 4 Monate. In den restlichen Monaten lohnt es  sich nicht den Betrieb aufrecht zu erhalten. Laut dem Dachverband leben direkt und indirekt 4-5 Mio. Menschen vom Busreisebetrieb. Man verlangt Hilfen und Subventionen, damit es in der Branche weitergeht.

Allein im Busterminal von Izmir arbeiten ca. 10.000 Menschen. Die Top-Busreiseunternehmen befördern, jeder für sich, immer noch 8-10 Mio. Fahrgäste im Jahr.

Foto : Busterminal-Neubau in Erzurum

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