Verfällscht, wohlklingend und (aus der Sicht des Politikers) hart an der Realität.

lachendardSo sind nun mal die (meisten) PolitikerInnen überall auf der Welt. Das Reale geben sie so weiter, wie es ihnen passt. Verfällscht, wohlklingend und (aus der Sicht des Politikers) hart an der Realität.

The Economist schrieb berichtigend, dass die Einkommen der Türken in den letzten 10 Jahren nicht um das 3fache (wird vom RTE immer dann erwähnt, wenn ein Kamera dabei ist) sondern um 43% angewachsen ist. Diese Berichtigung wiederholte der bekannte Ökonom Dani Rodnik bei Twitter. Der türkische Finanzminister Simsek (ein Kollege von Rodnik) hatte diesen Tweet gelesen und wollte kontern und schrieb, dass die Prokopfverdienste per USD errechnet werden (das hatte auch niemand beanstandet). Darauf folgte die verbale Ohrfeige durch Rodnik: Ich bin mir sicher, dass Simsek weiss, was real und nominal ist. Real ist die wirtschaft in 10 Jahren um 63% gewachsen und das Prokopfeinkommen um 43%. Die Veränderungen in einer bestimmten Zeitspanne werden nicht über den Nominalwert errechnet.”

Diese Nachricht war nur in zwei Zeitungen zu finden und das auch nur ganz klein. Gelesen haben es bestimmt… …nur Wenige und verstanden haben es …

Quelle : Habertürk Printausgabe v. 18.06.2013

zu Dani Rodnik :

Dani Rodrik (* 14. August 1957 in Istanbul) ist ein türkischer Ökonom und Professor an der Harvard University. Er beschäftigt sich vor allem mit Mechanismen der Wirtschaftspolitik.
Nach seinem Schulabschluss am Robert College in Istanbul wechselte er ans Harvard College. 1985 machte er seinen Ph.D. an der Princeton University.
Rodrik ist Kritiker einer Überbetonung der Freihandelspolitik im Zuge der ökonomischen Entwicklung. Während Außenorientierung grundsätzlich mit höherem Wachstum einhergehe, seien entwicklungspolitische Standardrezepte der Handelsliberalisierung keine Erfolgsgaranten und würden effektiveren Wachstumsstrategien im Wege stehen.

zu Mehmet Simsek :

Mehmet Şimşek (* 1967 im Dorf Kafro (Arıca im Landkreis Gercüş, Republik Türkei) ist ein türkischer Politiker mit kurdischer Abstammung. Er ist seit dem 1. Mai 2009 Finanzminister im II. Erdoğan Kabinett.
1988 begann er sein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Ankara, 1990 wurde ihm ein Stipendium für einen Englandaufenthalt angeboten. Im Anschluss an sein Studium blieb er in England und absolvierte 1993 ein Masterstudium an der University of Exeter.
In den folgenden Jahren arbeitete er für verschiedene Unternehmen wie UBS, Deutsche Bank oder zuletzt Merrill Lynch. Bei den Parlamentswahlen 2007 wurde er von der als Kandidat der AKP im Wahlkreis Gaziantep gewählt und nach der Wahl zum Staatsminister berufen. Er ist zuständig für den Fiskus und die Türkische Zentralbank.
Am 8. Januar 2010 heiratete Mehmet Şimşek zum zweiten Mal. Seine erste Ehefrau war eine US-Amerikanerin. Seine zweite Ehefrau Esra Kara ist eine türkische Architektin.
Şimşek besitzt sowohl die türkische als auch die britische Staatsangehörigkeit.

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