Türkei gehört nicht mehr den Türken und niemand hat es gemerkt

Die Türkei muss Prioritäten setzen. So schlimm, wie die Nachrichten jenseits der Grenze zu Syrien sind, so schlimm sind sie auch diesseits. Das Land ist unbemerkt von den Syrern besetzt worden. Das ist natürlich sehr Spitz ausgedrückt, aber anders kann man die Menschen nicht wachrütteln.

Nach dem die Schlüsselindustrien der Türkei in ausländischer Hand sind, musste man noch dafür sorgen, dass das Kleinunternehmertum auch noch den Türken weggenommen wird. Dieses passiert momentan.

Die Ordnungshüter lassen sie überall agieren und die Syrer tun es. Warum der Erdogan den Syrern von Anfang an diese Freiheiten gelassen hat, ist kaum zu verstehen.

Aus der Situation kann man den momentanen Gemütszustand des Türken ableiten. Ihm wird alles weggenommen und er reagiert nicht. Stattdessen protestieren einige für die Rechte der Uiguren und wollen chinesische Waren nicht mehr kaufen. Dabei ist die Situation die Unterdrückung der Uiguren seit Jahrzehnten akut, nur heute hat man Zeit dagegen zu demonstrieren.

Der Dachverband der Händler und der Kunsthandwerker (TESK) schlagen Alarm. Über 2 Millionen Syrer sind im türkischen Geschäftsleben ‘schwarz’ aktiv.

Wenn man berücksichtigt, dass 1,7 Mio. türkische Händler und Kunsthandwerker in der Türkei aktiv sind, kann man von einer Eroberung des Marktes durch die Syrer sprechen. Nichts wird mehr so sein wie früher.

Es gibt die Zeitrechnung ‘Vor den syrischen Flüchtlingen’ und ‘Nach den syrischen Flüchtlingen’.

Sie kommen mit eigenem PKW rüber und arbeiten in der Türkei als Taxi-Unternehmer. Völlig ohne Anmeldung. Brutto gleich Netto. Mersin, Adana, Konya und Sanliurfa können ein Lied davon singen. Es vergeht kein Tag ohne Schlägereien zwischen den türkischen und syrischen Taxifahrern.

Der Verbandspräsident berichtet, dass alleine 200 Tante Emma – Läden in Ankara schwarz von den Syrern betrieben werden. Jeder weiß welche diese sind, nur keiner tut was.

Mittlerweile gibt es auch syrische Transporteure, die mit ihren uralt LKW’s hier Waren hin und her transportieren. Die LKW’s erfüllen nicht eine Sicherheitsbestimmung und dennoch : “Syrer ? Bitte weiterfahren.”

Wenn heute die Türken hingehen und chinesische Waren boykottieren möchten, dann habe ich dafür ein müdes Lächeln übrig. Das kann nicht funktionieren. Die meisten türkischen Industrieunternehmen sind dicht gemacht, weil die Eigentümer gesehen haben, man kann die Ware günstiger aus China importieren. Sie sind Importeure geworden.

Außerdem, damit die Türkei für 100 USD exportieren kann, muss sie für 84 USD Halbfertig-Erzeugnisse, Maschinen und teile importieren. Woher kommen wohl die meisten Teile ? China natürlich. Also würden die türkischen Exporte und Produktionen gänzlich zum Stillstand kommen, wenn die China-Teile nicht dabei wären.

Für die Uiguren, gegen ISID, gegen China, für die Palästinenser… So kann man immer weiterzählen. Türkei hat dabei ein ganz anderes Problem.

Türkei gehört nicht mehr den Türken und keiner hat es gemerkt.

Die meisten Schlüsselindustrien haben ausländische Mehrheitsgesellschafter oder sind ganz in ausländischer Hand. Der Ausverkauf geht weiter. Die Invasion der syrischen Flüchtlinge wird die Kleinbetriebe ebenfalls in die ausländischen Hände treiben.

Dass nach den Wahlen keine Regierung gebildet wurde und niemand Anstalten dazu macht, es zu tun. Wen interessiert es ?

Eigentlich die Chance für die syrischen Politiker. Sie könnten hingehen und ‘schwarz’ die türkische Regierung bilden. Immunität genießt schon der einfachste syrische Flüchtling. Das kann funktionieren. Es wird alles geduldet werden.

Quelle : dunya.com

Es geht um die Gleichgültigkeit des Türken und die Industrien der Türkei (viele denken aber in dem Artikel geht es rein um die syrischen Flüchtlinge).

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