Säumige Zahler der türk. Wirtschaft sollen öffentlich bloßgestellt werden

Gemäß türkischem Handelsgesetzbuch (TTK) sind die zu gewährenden Zahlungsziele (Lieferantenkredite), nach §1530 auf 60 Tage begrenzt. Das ist aber in der heutigen Türkei nicht realisierbar. In der Wirtschaft sind derzeit sogar 6 -12 Monate Zahlungsziel möglich bzw. in vielen Branchen die einzige Möglichkeit noch Geschäfte zu machen.

Ob man solch riskanten Geschäfte macht, oder es sein lässt, bleibt dem einzelnen überlassen. Wer Geschäfte mit so langen Zahlungszielen akzeptiert bzw. eingeht, handelt nach der Methode: „Wer weiß schon, was in einem Jahr ist. Kommt Zeit, kommt Rat.“

Jetzt kommt der Rat vom Vorsitzenden der TÜRKONFED, der Föderation der Türkischen Entrepreneure und der Arbeitswelt. Er verweist auf die Schwierigkeit bzw. Unmöglichkeit des Aussitzens solch langer Zahlungsziele im Mittelstand und meint, man solle die Unternehmen, die ihre Zahlungszusagen nicht einhalten, öffentlich bekanntgeben und bloßstellen. Wahrlich ein genialer Vorschlag.

„Der Mittelstand ist das Rückgrat der türkischen Wirtschaft, wir müssen diese schützen“ sagt der Herr. Was ist dann mit den säumigen Zahlern, gehören diese nicht ebenfalls dem türkischen Mittelstand an?

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