Türkei: Einen gemischten Salat mit Exporten und viel Importen bitte!

Die aktuellen Außenhandelszahlen der Türkei wurden gestern verkündet. Voller Stolz verkündete der Präsident, dass die Exporte im Vergleich zum September des Jahres 2019 um 4,8% auf 16.013.000.000 USD gesteigert wurden. Das ist der 5. höchste September Exportumsatz der Türkei, seit der Gründung der Republik. Dort hörte der Präsident auf.

Im Vergleich zu den ersten 9 Monaten des letzten Jahres, ging der Export um 19,9% zurück. Das sind 14,4 Mrd. USD weniger, also so viel wie der Rekord Umsatz des Septembers.

Die Importe sind die höchsten der letzten 32 Monate.

Wenn man die Importe sich anschaut, verschwindet das positive Bild. Die Türkei hat im Vergleich zum September des Vorjahres 23,3% mehr importiert. Über die ersten 9 Monate ging der Export um 11% zurück, während die Importe um 1,5% stiegen.

Das stimmt bedenklich, zumal die Vorzeichen für Importe denkbar schlecht waren. Die niedrigen Exporte müssten auch niedrige Importe hinter sich ziehen, denn die Türkei hat bei den Exportprodukten fast 80% Importanteil. Hinzu kamen die teuren Devisen, die gesunkene Kreditaufnahme der Unternehmen, die die Importe, mit den enorm gesteigerten Importzöllen, verteuerten und eigentlich nicht besonders reizvoll machten.

Wenn die Vorausschau vom Jahresanfang stimmen soll, müssen die Importe in den kommenden drei Monaten um 15% runtergehen.

500 Milliarden USD Exporte in 2023

Dass dieses Ziel, ausschließlich mit Produkten, die über den Preis verkauft werden, nicht zu erzielen war, sah nur die Regierung nicht. Seit gestern tun sie es. In diesem Jahr werden die Exporte abermals unter 170 Mrd. USD bleiben (166 Mrd. USD werden erwartet). Das ist in etwa so hoch, wie die Exporte von VW in 2019.

Nun gut, in diesem Jahr ist man wegen der Pandemie entschuldigt, aber die ganzen Jahre von der Erwartungshaltung von 500 Mrd. USD nicht wegkommen und heute 214 Mrd. USD für 2023 ausrufen… Irgendetwas läuft hier gewaltig falsch.

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