Türkei: Die Zeit der günstigen Immobilienfinanzierungen sind vorbei – Die Verkäufe stoppen abrupt

Die Zeit der günstigen Kredite in der Türkei ist vorbei. Länger war das auch nicht durchzuhalten. Vor der Pandemie bewegte sich schon nichts mehr am Immobilienmarkt der Türkei, dann aber mit der Pandemie bot man günstige Finanzierungen an. Die Wirtschaft sollte angekurbelt werden, allerdings die Lieblingsbranche der Regierenden, das Baugewerbe. Bei Neubauten 0,64% Zinsen (in Deutschland würde man denken, dass die Zinsen günstig sind, aber das sind Monatszinsen und für die Türkei unvergleichlich niedrig) und ein Jahr Tilgungsfrei dazu, mit einer Hypothek des betreffenden Objekts als Sicherheit und 15 Jahre Laufzeit.

Als im April und Mai sich in der Wirtschaft kein Blatt mehr bewegte, bot man diese günstigen Kredite an. Schon im ersten Monat, das war im Juni, sollen 32.000, darauf den Monat 39.000 Immobilien verkauft worden sein. Anschließend fingen die Zinsen an in die Höhe zu gehen. Was zur Folge hatte, dass im August nur noch 24.000 Immobilien, mit dieser Finanzierungsart verkauft wurden. Die Finanzierung galt nur bei Erstbezug-Immobilien.

Im September gibt es die Kredite nicht mehr. Schon wurden nur 11.000 Neubauwohnungen verkauft.

Die Absicht der Regierung war, dem Motor der türkischen Wirtschaft, dem Baugewerbe Luft zu verschaffen. Es sollten einige Hunderttausend Immobilien die Hand wechseln, aber es wurde nicht einmal 100.000.

In dieser Zeit wechselten außerdem 212.000 Immobilien die Hand, diese aber waren keine 1. Hand-Verkäufe, sondern schon länger existierende Immobilien. Der Maklerverband sagt, dass man bei dieser zweiten Zahl vorsichtig sein müsse, zumal die meisten Überschreibungen insolvente Eigner betrafen, die irgendwo ihre Schulden nicht bezahlen konnten und die als Sicherheit gestellten Wohnungen an die Gläubiger überschrieben wurden.

Was haben diese günstigen Finanzierungen bewirkt?

Sie haben jedenfalls nicht die Wirtschaft angekurbelt. 96.000 Personen wurden neue Immobilienbesitzer, oder haben ihre 2. oder 3. Immobilie dazu gekauft und 96.000 sind ihre Immobilien losgeworden. Diese knapp 200.000 Personen sind aber nicht die Wirtschaft der Türkei. Kein einziger Arbeitsplatz wurde dadurch abgesichert, oder zusätzlich erschaffen. So viel Geld für nichts und wieder nichts ausgegeben.

Die Wirtschaft steht wieder da, wo sie immer stand. Unten!

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