Über eine Million türkische Milchkühe machen nicht mehr muh

Bei der Wirtschaftskrise der Türkei bringt es mit sich, dass die Milchbauern ihre Kühe zum Schlachter bringen müssen. Schon in den Jahren 2007 – 2008 mussten die Bauern durch die Dürre, das Steigen der Futterpreise um 100% und die niedrigen Milchpreise, die von 0,80 TL auf 0,40 TL fielen, ihre Milchkühe schlachten. Eine Million an der Zahl. Obwohl die Futterpreise jedes Jahr nicht unter 10% gestiegen sein sollen, betrug die Verteuerung in den letzten 11 Monaten 50%. Die Bauern sind seit Monaten dabei ihre Milchkühe zu schlachten. Die Schlachthöfe sollen dermaßen überlastet sein, dass sie für 2-3 Monate später Schlachttermine vergeben. Das die Milchpreise nicht steigen dürfen liegt daran, dass der Staat die Inflationsrate niedrig rechnen möchte. Während Insider und internationale Quellen, mit den vorhandenen Zahlen die Inflation bei 40-45% errechnen, gibt die staatliche Statistikamt, mittlerweile besetzt von AKP Leuten diese, je nach Lust und Laune, zwischen 10 und 13% an.

Die Geldmärkte lieben keine Überraschungen

Die türkische Zentralbank hat wieder mal bewiesen, dass sie nicht autark entscheiden kann. Die Wirtschaft rechnete damit, dass die Zinsen weiter steigen müssten, aber an der Zinsschraube ist bei den Entscheidungen der Zentralbank gestern, auf Wunsch der Regierung, nicht gedreht worden. Prompt machten die Devisenkurse wieder ein Sprung nach oben. Der USD Kurs steht mit 7,95 TL dicht unter der magischen 8 TL Grenze. Anfang des Jahres war die magische Grenze noch bei 7 TL.

Eigentlich fing man erstmalig im September an der türkischen Zentralbank zu trauen, zumal sie bei ihrer September-Sitzung, erstmalig gegen den Wunsch der Regierung handelte und die Zinsen erhöhte, den politischen Zins (ca. 10,25%), den nach Außen kommunizierten Zins. Dieses Mal blieb der politische Zins zwar gleich, aber im Hintergrund erhöhte man die Zinsen, die im internen Geldverkehr zwischen der Zentralbank und den türkischen Banken zugrunde gelegt wird. Derzeit operiert man bei 14,25%, was wiederum bedeutet, dass die Banken diese so an den Markt wiedergeben werden und müssen. Eigentlich ist alles nur Kosmetik, wenn man den politischen Zins gleich belässt und hintenrum die Zinsen eigentlich doch erhöht. Die Zinsen steigen somit weiter.

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