Corona, Le Grand Canal d’Istamboul, Devisenkurse, Inflationsrate …

Während die Welt nach der Auflockerung der Corona-Maßnahmen sich sehnt, tun die Türken das natürlich auch, nur anders. Wenn sich alles zu normalisieren anfängt, wird man sich lediglich freier bewegen können in der Türkei, aber alles andere wird anders sein als anderswo, denn die Türkei hat noch so andere verschiedene Baustellen.

Die Zentralbank zwingt die Banken, dass sie die Spareinlagen der Anleger und Fonds größtenteils in der Zentralbank aufbewahren. So werden die Banken noch weniger Kredite vergeben können. Die Gürtel müssen enger, noch enger geschnallt werden, Tendenz: Bis zum letzten Loch.

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Die Antwort, warum das so ist, steckt in der Bekanntgabe der monatlich verkündeten hohen Inflationszahlen, die sogar nur 1/3 der eigentlichen Inflationsrate von 40-45% bedeuten. Während einige Länder versuchen die Inflation zu steigern, geht es in der Türkei in die andere Richtung. Eigentlich wie gehabt.

Die Kreditzinsen steigen, so, dass man eigentlich denken müsste: „Wer nimmt zu solchen Zinsen noch Kredite auf?“ Doch, auch hier ist die Tendenz steigend. Auch bei den Importen zeigen die Pfeile nach oben.

Auch die Devisenkurse steigen wieder

Die Zentralbank ist zu sehr auf die Devisenkurse fokussiert. Dauernd in den Markt einzugreifen, damit USD- und Euro-Kurse sich stabilisieren bzw. nach unten bewegen, zeigte bis jetzt nur wenig Wirkung. Die Devisekurse bewegen sich wie ein Ping-Pong Ball, um am Ende noch etwas höher zu stehen, als es vorher der Fall war.

Das Augenmerk müsste eigentlich auf die Inflation gerichtet sein. Nur durch eine geringe Inflationsrate wird sich der Markt beruhigen können. In diese Richtung hat die Regierung allerdings nichts verkündet und die Zentralbank nichts unternommen.

“Kanal Istanbul werden wir unter allen Umständen bauen!”

In Istanbul unterstrich der (leider) Präsident der Türkei, dass Kanal Istanbul unter allen Umständen gebaut wird, egal wer sich dagegen stellt. Mal schauen, ob so etwas in die Tat umzusetzen ist, bei der finanziellen Situation des Landes. Damals war Airport-Istanbul ausgeschrieben worden. Da man an internationalen Finanzmärkten keine Mittel zu bekommen waren, gab man dem Konsortium 2 Mrd. USD, damit es losgehen konnte. Der Betrag ist bis heute nicht zurückgeflossen. Auch die restliche Finanzierung kam über die staatlichen Banken. So wurde der neue Mega-Flughafen mit den Geldern des Staates gebaut, wo doch die private Wirtschaft die Ausschreibung gewann und in der Pflicht stand. Da die Auslastungsgarantien des Staates nicht erfüllt werden konnten, zahlt der Staat derzeit den Fehlbetrag an das Konsortium um die Cengiz Holding, wo man doch all die bereits vorgestreckten Beträge zuerst verrechnen könnte. Verkündet 2011, sollte der Baubeginn 2015 sein und dann 2018 usw. Le Grand Canal d’Istamboul

Fraglich, wo das hinführen soll. Letzte Woche noch gedanklich im Weltall unterwegs und heute Kanal-Istanbul.

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