Möge es Dir leicht von der Hand gehen! – Inschallah

Sonnst suche ich immer das passende Foto zum Beitrag, aber mir fiel diesmal nichts besseres ein. Ein schönes Wochenende mit viel Sonne wünsche ich.

Inschallah gefällt Euch der Beitrag. „Kolay gelsin!“ zwei Wörter, aber eine große Bedeutung und Wirkung beim Empfänger. „Möge es leicht von der Hand gehen.“, oder „möge es nicht zu schwer sein.“ bedeuten diese zwei Worte in Türkisch und ich denke, es ist der meist ausgesprochene Begriff im Türkischen, natürlich neben ‚Inschallah‘, was ‚So Gott will‘ bedeutet.

„Kolay gelsin!“ sagt man denen, die gerade eine Arbeit verrichten. Sich bei den Begegnungen, wie in Deutschland, mit einem „Hallo“ oder „Guten Tag“ zu begrüßen ist in der Türkei eher unüblich. Das ginge zumeist auch nur unter Männern oder Frauen. Ein Mix der Geschlechter kommt nicht gut an, denn in diesem Fall denkt dein Gegenüber, natürlich wenn man sich vorher nicht gekannt hat: „Wie hat er/sie das gemeint? Will er/sie von mir was?“ oder die Frau versteht es von Anfang an falsch und sagt auf dein „Hallo, wie geht es?“ direkt: „Du Schwein!“

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Die Masse bedankt sich auch nicht. Wenn ein Türke sich bei einem Türken bedankt, bricht das Eis zwischen den Menschen augenblicklich z.B. in einem Restaurant. Der Kellner, der oftmals nur geduzt wird, weil er vom Gast als ein niederer Mensch gesehen wird, ist seinerseits dankbar, dass man seine Arbeit wertschätzt, und ihn überhaupt registriert hat. Oft reden die Menschen in der Türkei drauflos, ohne sich gegrüßt zu haben, aber eines tun sie immer, nämlich wenn sie jemanden Arbeiten sehen, nach dem Einkauf an der Kasse o.ä. Situationen, sagen sie „Kolay gelsin!“.

Auch wenn es Automatismus ist, so kommt es auf der anderen Seite immer gut an und vermittelt Nähe und Verständnis für einen, die man evtl. während des Gespräches oder der Handlung so nicht empfand. Die Automatismen in der Sprache machen es einem schwer, im Türkischen besonders, wenn man es als Nichtgläubiger das auch sprachlich rüberbringen möchte. Oftmals kommt die Stelle, wo du eigentlich ‚Inschallah‘ sagen müsstest. Dann kannst du echt anfangen zu grübeln, wie du das Wort ersetzen sollst, wenn du Jahrzehnte lang kein Ersatzwort dafür hattest. Kommen zwei Menschen drei Minuten zusammen, wird im Schnitt bald zehnmal Inschallah gesagt. Allein beim Verabschieden sagst du, statt „Tschüss, bis bald!“ „Inschallah sehen wir uns bald!“ Ein „Tschüss, bis zum nächsten Mal!“ erwidert man mit einem simplen: „Inschallah!“ Religionsfreiheit in der Türkei? Nach meinen Erfahrungen ist das schon wegen diesem einem Wort unmöglich.

„Inschallah wird es ein Junge/Mädchen!“ Die Babys können im Mutterbauch hören, was draußen gesprochen wird. So ist das meistgehörte Wort eines Babys im Mutterbauch, definitiv ein „Inschallah“. Einmal auf der Welt, machst du, „Inschallah“, keinen Fehler und entscheidest Dich für die richtige Religion.

Der letzte Satz ist von meinem türkischen Nachbarn. Dreimal dürft Ihr raten, welche Religion er damit meint. 🙂

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