Was mit in Frankfurt am Main, aber auch anderswo passieren kann, wenn man nicht aufeinander aufpasst

Foto: Dr. Wollf und Tritschler (aus Kaiser/Knorn "Wir lebten und schliefen zwischen den Toten.")

Die Adler-Fahradwerke AG (vorm. Heinrich Kleyer AG) wurde 1880 in Frankfurt am Main gegründet. Die Umbenennung zu Adlerwerken erfolgte 1895. Zuerst wurden nur Fahrräder hergestellt. 1899 kam die Schreibmaschinenproduktion hinzu. Dann die erste Autoproduktion in 1890 und 1891 schon, kam die Herstellung von Motorrädern hinzu. 1907 erfolgte dann die Umbenennung in Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG. 1914 stammten 20% der in Deutschland zugelassenen Autos von den Adlerwerken. Ich möchte mich jetzt nicht weiter in die Firmengeschichte, was die industrielle Herstellung angeht, vertiefen. Die Adlerwerke stehen für eine  der schwärzesten Erinnerungen des II. Weltkrieges und der Menschlichkeit.

1944 bis 1945 arbeiteten hier 1.660 Männer und Frauen, von denen 95% aus Polen stammten. Unter dem Decknamen „Katzbach“ entstand im Sommer 1944 im Frankfurter Gallusviertel eines der grausamsten KZ-Außenlager im „Dritten Reich“. Im Frühjahr 1944 waren außerdem 43.000 weitere ZwangsarbeiterInnen in den Adlerwerken beschäftigt. Die Todesrate im KZ Katzbach soll extrem hoch gewesen sein. Als dann 1945 im März das Lager aufgelöst werden sollte, schickte man 450 von ihnen nach KZ Bergen-Belsen. Dort sollen nur 11 lebend angekommen sein. Die anderen wurden auf einen Todesmarsch geschickt, von denen nach hunderten von Kilometern nur wenige überlebten.

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Grausam finde ich, dass die Angehörigen, Väter, Mütter, Ehemänner, Ehefrauen, Kinder, die zurückblieben, oder in anderen KZ’s waren, nicht wussten, was mit den ZwangsarbeiterInnen der Adlerwerke passierte. In diesem Zusammenhang gab es keinerlei Festnahmen, geschweige denn, Verurteilungen. Das Verbrechen blieb ungesühnt.

Am 24. März 2021 ist es nun 76 Jahre her und erst jetzt entsteht, dank der vielen unermüdlichen Menschen, die sich dafür seit Jahren einsetzen, eine Gedenkstätte. Etwa 160 qm von den ehem. Adlerwerken sollen dafür von der Stadt Frankfurt angemietet werden.

Danke Fedor, dass Du mich auf die Online-Veranstaltung 76. Jahrestag des Todesmarsches der Gefangenen des KZ-Katzbach/Adlerwerke aufmerksam gemacht hast.

Auf der anderen Seite eine Schande, dass erst 76 Jahre vergehen mussten, damit man dazu übergeht, eine Erinnerungsstätte zu schaffen. Eine Erinnerungsstätte auch dafür, was passieren kann, wenn wir nicht aufeinander aufpassen. Auf gute und friedvolle Zeiten!

Nehmt Euch die Zeit und schaut Euch das Video an. Das haben die Toten von damals verdient, dass man sich an sie erinnert. Sie waren Menschen wie Du und ich, die von ihren Familien und lieben Menschen getrennt worden sind und eigentlich trotz der Tortur bei der Arbeit, hätten nicht sterben müssen.

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