Die Feinde der Türkei

Die Glühbirne ist das Symbol der AKP. Die Interpretation des Bildes überlasse ich Euch.

Die Feinde der Türkei sitzen nicht nur im Ausland, sondern auch mitten in der Türkei. Diese sind schnell ausgemacht. Ich rede vom (leider) Präsidenten der Türkei und seinem Kompagnon, dem Vorsitzenden der nationalistischen Partei MHP, Devlet Bahçeli.

Ich unterstellte dem (leider) Präsidenten der Türkei von Anfang an, dass er die Türkei fertigmachen, vom Ausland abhängig machen und seinen Job für erledigt betrachten wird. Natürlich kann es auch Unvermögen sein. Eigentlich wie in Deutschland. Du weißt nicht, ob es Absicht ist, dass so schlecht regiert und solche Entscheidungen getroffen werden, oder Unvermögen.

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Kann beides sein. Im Falle Erdogan, weiß ich mit einer zu 99,9% grenzenden Wahrscheinlichkeit, dass es Absicht ist, denn warum hätten die Amerikaner ihn sonst in diese Position hieven sollen?
Aus der Sicht der Amerikaner müsste es lauten: “Good Job, Man!” Immer habe ich mich gefragt, was passieren würde, wenn er von heute auf morgen kehrt machte und so tut, als ob er zu etwas demokratie-ähnlichem zurückkehren wolle. Auch wenn das nichts Ganzes und nichts Halbes wäre, die Europäer würden ihm das locker abnehmen. Sofort würden neue Gelder fließen, für die Demokratisierung der Türkei.

Fast hatte ich den Eindruck, dass er das tut bzw. duldet. Schon fragte ich mich, ob ich ihn dann liebhaben sollte, weil er zum Wohle der Türkei arbeitet bzw. so tut als ob? Nur, seit einigen Tagen weiß ich, dass ich mir diese Gedanken nicht mehr machen muss.
Warum ich aber zuerst den Eindruck hatte, dass er im Bezug auf das Ausland auf Schönwetter macht, war der vor wenigen Tagen entlassene Zentralbankpräsident. Er war genau 4,5 Monate im Amt und agierte tatsächlich wie einer, der die Türkei wieder auf den rechten Pfad führen würde, zumindest Fiskal. Die Statements von ihm machten Hoffnung. Die geldpolitischen Entscheidungen, die er verkündete, um die Inflation in den Griff zu bekommen, machten Sinn.
Den Gürtel enger und wenn nötig noch enger zu schnallen, ist der einzig richtige Weg. Auch fing die Zentralbank an, noch transparenter zu werden. So wurden alle Handlungen der Öffentlichkeit verkündet. Die Reports kamen in kurzen Folgen und immer detaillierter. “Die Stabilität der Preise, ein stetiges Wachstum, Erschaffung neuer Arbeitsplätze und dadurch das Wohlergehen des Volkes, ist unser vorrangiges Ziel.” sagte er im Namen der Zentralbank.
Ich glaube 4-5 Jahre war es her, dass sich ein Zentralbankpräsident traute ein solches Statement abzugeben. Noch schlimmer, er holte die absolut besten Finanzwissenschaftler, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Wissenschaftler und das bei einem Muslimbruder wie Erdogan. So etwas konnte und durfte nicht passieren. In Ankara muss dann jemand durchgedreht haben, so auf die Art von Trappatoni: “Was erlauben dieser Mann?” Folglich musste er gehen.

Dann noch das Aufkündigen der Istanbuler Konvention, weil die Frauen nicht extra beschützt werden müssten, zumal sie die Rolle der Hausfrau und Mutter zu spielen hätten und schon explodierten wieder die Devisenkurse und die türkische Lira verlor Übernacht 10% an Wert.

Wieder schlecht für das Land, aber gut für die Seinen. Jetzt können sie die Devisen abstoßen und einen satten Gewinn einstreichen. Wenn sich der Devisenmarkt beruhigt hat, dann wieder kaufen und auf die nächste, selbstheraufbeschworene Krise steuern.

Bei allen diesen Kursschwankungen verliert nur der Staat, sprich: Der Bürger. All die Megaprojekte, Straßen, Brücken, Tunnels, U-Bahnen, Zugstrecken u.a. die mit Auslastungsgarantien des Staates für die Erbauer bzw. Betreiber realisiert wurden. Natürlich nicht auf türkische Lira Basis, sondern auf USD oder Euro. Also muss der Staat die teuren Devisen kaufen und an die Betreiber/Erbauer bezahlen und das noch die nächsten Jahrzehnte. Was stellen wir fest?

Auch wenn er gegangen sein wird, wird die türkische Nation weiter ausbluten und kaum eine Chance haben, wieder aufzustehen. Zumal sie, Dank des (leider) Präsidenten der Türkei in eine totale Importabhängigkeit manövriert wurde. Eigentlich schreiben wir das Jahr 1918. Die Türkei ist nicht wie damals von ausländischen Mächten besetzt worden, aber die Wirtschaft ist am Ende und die Schlüsselindustrien sind in ausländischer Hand.

Wer oben genannte Personen noch unterstützt und/oder beklatscht, ist nicht viel besser und ebenfalls als Feind der Türkei zu bezeichnen.

 

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