Türkei-Tourismus: Für die Branche gibt es auch mit Sicherheiten kein Geld.

Antalya - Konyaalti

Das ist die Überschrift eines Beitrages von heute. Die Rechnung zum Tourismus-Sommer der Türkei geht abermals nicht auf. Die Branche versucht die Kredite mit neuen Krediten zu bezahlen und verlangt Hilfen von der Regierung, die ihrerseits selber nichts hat und ständig Geld drucken muss.

Basierend auf einen Beitrag der Wirtschaftszeitung Dünya von heute, möchte ich kurz zusammenstellen, wie es um die Tourismusbranche der Türkei steht.

Die Branche schreit nach Finanzierungen mit 10 Jahren Laufzeit, wobei die ersten zwei Jahre tilgungsfrei sein sollen. Verlangen kann man viel, eigentlich alles, nur einer so riskanten Branche wie der Tourismusindustrie, wo die meisten schon Pleite sind, oder vom Eingemachtem leben, Geld zu leihen, ist ein gewaltiges Wagnis zugleich.

Die Russen haben sich für Ägypten entschieden

Die Entwicklungen für 2021 sind bis jetzt nicht wie erhofft verlaufen. Russland hat die Flüge in die Türkei (politisch bedingt), bis Juni gecancelt und dafür die Flüge nach Ägypten erlaubt. Ob in diesem Jahr Touristen aus GB und Deutschland kommen werden, steht noch in den Sternen. Während das alles passiert bzw. nichts passiert, laufen die Kredite weiter. In Antalya überlebten in 2020 ca. 20 große Reiseveranstalter von gerade mal 3,5 Millionen Touristen. In 2021 werden, wenn es so weitergeht, wie bis jetzt, 98% der Branchenunternehmen leer ausgehen. Noch schlimmer ist die Tatsache, dass die Branche in den Monaten Juni, Juli und August vom frischen Geld aus den Taschen der Touristen lebt, die jetzt fehlen. Alle auf diese Monate verschobenen Zahlungen, werden nunmehr ausfallen.

Sicherheiten bringen auch nichts

Die Türkei weist jedes Jahr einen Handelsbilanzdefizit aus. Wenn die Türkei letztes Jahr ein Minus von 65 Milliarden USD hatte, so merkt man, wie wichtig die Tourismuseinnahmen von ca. 35 Milliarden USD sind, die bei einem normalen Verlauf der Tourismussaison zu erzielen wären. Diese fehlen jetzt außerdem. Die Branche hat bei den Banken ihren schlechten Ruf weg. Sogar mit Sicherheiten im Gepäck würde man keinen Kredit mehr bekommen, heißt es.

Die Branche ist, wie die gesamte Wirtschaft der Türkei, in einer ausweglosen Situation.

DER LOCKDOWN vom 27. April bis 17. Mai, mit einem absoluten Ausgangsverbot für alle Bürger der Türkei, hat dazu geführt, dass die Menschen sich dahin begeben, wo sie diese Zeit absitzen wollen. Die Fernbusreiseunternehmen, die in der Türkei die Stelle der Eisenbahn einnehmen, sind ausgebucht und befahren 900 Routen im Land täglich, heißt es. Zuerst hatte man die Auflage gehabt, dass nur 50% der Sitze eines Busses verkauft werden dürften, damit die Menschen nicht eng an eng sitzen. Jetzt ist aber wieder 100% erlaubt. Wer sich dadurch den Virus einfängt, hat dann Zeit, sich an den darauffolgenden 20 Tagen davon zu erholen.

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