Türkei: Verroht & Verdorben. Anstand? Mittlerweile ein Fremdwort.

Die Türkei, das ist nur die Innenpolitik und der Machtkampf des Obersten. Was außenpolitisch passiert, zu passieren scheint, das ist nur Ablenkung für die Bevölkerung, dass sie den eigenen Schmerz nicht zu stark verspürt und sich mit anderen Dingen befasst. 2-3 Wochen war das Land auf den flüchtigen Verbrecher Sedat Peker konzentriert, der allmorgendlich seine Videos per YouTube ausstrahlte und dieses immer noch tut und dabei das Volk an die Monitore fesselte. Mir war klar, den letzten Punkt würde er nicht setzen, denn das wäre sein Todesurteil, wenn denn dieses nicht schon längst irgendwo gefallen ist. Es kam so, wie es kommen musste. Seine schmutzige Wäsche hat er über das Land ausgebreitet, viele Fragezeichen gesäht, aber die Pandoras Box ließ er zu. Mehr, als das was gesagt wurde, kann auch nicht drin sein. Das ist so, wie bei Schmiergeldzahlungen, die vom Empfänger nicht quittiert werden. Erahnt hat man schon immer, dass alle Dreck am Stecken hatten oder haben müssten. Die Opposition hat es auch immer wieder gesagt, nur geglaubt hat man eher dem Verbrecher.

Verallgemeinerungen sind gefährlich, aber im Großen und Ganzen ist das Land, sind die Menschen verrohter und verdorbener, als jemals zuvor. Der Oberste färbt ab und ist ein schlechtes Vorbild. Die Gleichgültigkeit  bestimmt das Leben aller. Gerade, als die Sache mit dem Verbrecher Peker abzükühlen drohte, weil er nicht mehr liefert, kam über das Internet die Meldung, dass ein Ehepaar die eigenen Kinder, beide unter zehn Jahre halt, sexuell missbraucht und an weitere Erwachsene weitergereicht hat. Die Meldung ist schlimm, aber ein Jahr alt. Empörung überall, zumal das Paar bis zur Verhandlung im September auf freien Fuß kam. So ist das in der Türkei. Die Täter und die Geschändeten kommen in das Gerichtsgebäude zu gleicher Zeit rein und gehen auch zusammen raus.

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Wenn du mit dem Teufel tanzt, wird dir Beton sehr sexy erscheinen. Sechzig Prozent der Türken in der Türkei besitzen mindestens eine Immobilie. Das ist weitaus höher als die Quote von 40% in Deutschland. Als es zur Pandemie letztes Jahr Kredite mit Niedrigzinsen gab, hat man diese aufgenommen und in Beton investiert. Auch die Zulieferer der Bauindustrie sitzen auf Beton. Wenn die Bauunternehmen für die Baustoffe, die sie benötigen, nicht mehr bezahlen konnten, weil kein Bargeld in der Kasse ist, überschrieben diese viele Wohnungen an die Baustofflieferanten. Einige türkische Zementhersteller sitzen auf Hunderten von Wohnungen und wissen nicht, wohin damit. Viele werden mittlerweile wissen, dass man vom Beton nicht satt wird. Auch hierbei wird es in der Türkei keine Trendwende geben, denn der politische Islam baut nun mal und beseitigt Grün. Wie Churchill mal sagte: “Wir formen unsere Gebäude, danach formen sie uns”. Die Gebäude stehen und es gibt kein zurück mehr.

 

 

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