Türkei: Vom Wasser und Brot leben wird teurer. Fast 100% Preissteigerung!

Als ich anfing in der Türkei zu leben, musste ich neue Erkenntnisse verarbeiten. Ich wusste z.B. das die Türken viel Brot essen aber soviel…? Viele essen es aus Gewohnheit und in solchen Mengen, dass die Vorstellungskraft versagt. Jetzt erfahre ich, dass dieser Umstand sogar im Guinness Buch der Rekorde erfasst ist. Pro Person aßen die Türken 199,6 kg Brot. Die Zahl ist aus dem Jahr 2000.  Mit der steigenden Armut im Land, lag der pro Kopf Konsum 2020 bei 220 Kilo/Jahr. Im wahrsten Sinne des Wortes leben die meisten von Wasser und Brot. Davon 95% Weißbrot (siehe Foto) der ungesündesten Sorte. Ich weiß, es ist lecker, besonders, wenn das Brot frisch vom Ofen kommt. Ist es nicht so, dass alles Ungesunde verdammt gut schmeckt, dass man damit nicht aufhören kann zu essen? Als ich eine deutsche Restaurantkette der italienischen Küche in die Türkei führte, mussten wir feststellen, dass die meisten Menschen sogar zu Nudeln Brot essen. Nicht aber zu Pizza.

Heute erfahre ich, dass die Bäckerinnung eine Preissteigerung des 250 Gramm Weißbrotes von 21% verlangten. Der Preis sollte jetzt keine Rolle spielen, zumal es umgerechnet in Euro, zu günstig erscheint, nicht so aber für die Türken. Die Forderung nach nochmaliger Preiserhöhung ist schon enorm, wenn man bedenkt, dass die städtischen Brotverkaufsstationen (Halk Ekmek), wo es die günstigsten Brote zu kaufen gibt, die Preise im laufe der letzten 12 Monate schon um 66,6% bereits erhöhten. Bei weiteren 21% sind wir nahe bei 100%. Wenn man bedenkt, dass das Meistgegessene im Land Brot ist und dann die Inflationsrate immer noch bei der hohen, aber bei den Verteuerungen in der Türkei, bei lachhaft geringen 16% liegen, weiß man, dass die Zahlen nur getürkt sein können.

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