Prima Klima: Die Aussicht auf 3 Mrd. USD machte den Präsidenten zum Klimaschützer. Doch es kam anders.

Prima Klima in der Türkei, in jeder Hinsicht. Die Honks an Politikern gibt es in jedem Land und natürlich auch in der Türkei. Mustafa Sarigül ist einer von ihnen. Er hat 2020 die TDP Partei gegründet und möchte schon bei den nächsten Wahlen ins Parlament kommen. In einer Fernsehsendung sagt er doch tatsächlich: „Wenn wir an die Macht kommen, werden wir die Abseitsregel im Fußball abschaffen.“ Dazu fällt einem nichts mehr ein. Ein Nutznießer wäre Erdogan der Prächtige, der sich praktisch immer im politischen Abseits befindet, so auch jetzt schon wieder. Nach 10 Jahren Bürgerkrieg in Syrien, wird das Spiel andersherum gespielt und siehe da, die Türkei, in Form seines Präsidenten, steht abermals alleine da. Die Länder, die bis jetzt der Assad Ära ein Ende setzen wollten, kehren jetzt Schritt für Schritt zurück und machen den Weg zur Normalisierung der Beziehungen, mit Assad am Ruder, frei. Syrien soll beim nächsten Treffen der Arabischen Liga wieder mit eingeladen sein. Ägypten spielt bei dieser Wendung Zugunsten Syriens eine Vorreiterrolle.

Um die Energiekrise in Libanon zu lösen, gab es ein Vierertreffen zwischen Syrien, Jordanien, Ägypten und dem Libanon. Es wurde entschieden, dass die Gaspipeline zwischen Ägypten und Libanon, welche durch Syrien führt und während des Bürgerkrieges beschädigt wurde, wieder repariert und in Betrieb genommen wird. Die US Amerikanische Botschafterin in Jordanien, Dorothy Shea, hat verkündet, dass die USA das Vorhaben ebenfalls unterstützen würden. Die Energiekrise in Libanon ist so extrem, dass die USA sogar akzeptiert haben, dass Iran das Embargo durchbrach und mit Tankern Erdöl nach Libanon lieferte.

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Hier kommt noch etwas Interessantes hinzu. Syrien hat verkündet, dass es man bei der Weltbank Kredite beantragen wird, damit die besagte Pipeline repariert werden kann. Alles Zeichen der Normalisierung der Beziehungen zu Syrien. Sogar Interpol soll wieder nach Syrien zurückgekehrt sein.

In dieser Phase der Normalisierungen der internationalen Beziehungen zu Syrien muss man sich die Frage stellen, was die Türkei noch in Idlib sucht. Assad nicht als den legitimen Präsidenten Syriens zu betrachten… Damit steht die Türkei bald alleine da. Schon wieder steht der türkische Präsident im Abseits und ziemlich alleine da. Auch um die türkische Armee dort, steht es nicht gut. Russland duldet in der Region, wo sich die türkische Armee befindet, vereinzelte Angriffe. Noch letzte Woche kamen durch Beschuss der YPG Organisation abermals zwei türkische Soldaten um. Auch noch in einer Region, wo die Russen dem türkischen Präsidenten zusicherten, dass sie dort die YPG zurückdrängen würden. Das kann als ein Hinweis gesehen werden, dass auch Russland die Türkei dazu bewegen möchte, endlich heimzugehen. Ein Sterben für nichts und wieder nichts.

Schon von Anfang an gab es dort nichts zu holen für die Türkei.

Biden’s Brief an den Kongress

Biden’s Unterschrift steht unter einem Schreiben an den Kongress, worin es heißt, dass die Anwesenheit der türkischen Armee  im Widerspruch zu den Interessen der USA in der Region steht. Darin soll sogar stehen, dass die Anwesenheit der türkischen Armee, im Kampf gegen den IS, der Sache nur geschadet hätte. Da muss doch Ankara normalerweise die Luft wegbleiben, denn es ist besiegelt worden, dass die Türkei gänzlich alleine dasteht.

Sturheit in der Politik bringt nichts, besonders, wenn das Leben der türkischen Soldaten unnötig riskiert werden.

Die Aussichten auf drei Milliarden USD machten Erdogan zum Klimaschützer

Die USA Reise des Präsidenten der Türkei vor ca. zwei Wochen war ein Reinfall, zumal er keinen Termin bei niemandem bekam. Allerdings bekam er etwas mit, nämlich, wenn man die Klimaziele des Pariser Abkommens umsetzen würde, bekäme man 3 Millarden USD auf dem Weg. Gesagt, getan. Sofort nach seiner Rückkehr bekannte er sich zu den Klimazielen des Pariser Abkommens. Das Parlament, eigentlich fast ohne sonstige Funktion, ratifizierte das Abkommen einstimmig. Das dicke Ende kam danach. Da die Türkei nicht als Entwicklungsland eingestuft wurde, gibt es nur 200 Mio. EUR aus der EU Kasse. Die Hoffnung, dass die Türkei sich dem Pariser Abkommen entsprechend verhält, ist kaum vorhanden, zumal dafür die finanziellen Mittel fehlen.

 

 

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