Erdogan in der Zwickmühle

Die Türkei macht bei den Sanktionen gegen Russland nicht mit. Wie den auch, könnte man fragen. Am längeren Hebel sitzen die Russen und in der wirtschaftlich miserablen Lage der Türkei, wo die Inflation mittlerweile offiziell sogar über 50% gestiegen ist (real über 100%), sieht die Lage nicht gut aus. Die letzte Hoffnung, dass vielleicht doch noch irgendwelche Touristen aus Russland sich in die Türkei verirren könnten, lebt. Die Erwartungen, dass die Touristen aus der Ukraine und Russland, die letztes Jahr 27% des Touristenaufkommens ausmachten, mit den Touristen aus den übrigen Ländern dieses Jahr 30 bis 40 Milliarden USD in der Türkei lassen, ist nicht mehr realisierbar.

Es macht den Anschein, dass Erdogan mit keinem der drei Protagonisten, Ukraine, Russland und die EU verscherzen möchte. Dass die vier russischen Kriegsschiffe nicht mehr die Dardanellen und den Bosporus passieren und in das Schwarze Meer gelangen dürfen, war schon eine heikle Entscheidung, aus der Sicht der Türkei und des Guten zu viel wäre des Guten zu viel, denkt man sich sicher. So kann man diese Entscheidung, mit der Entscheidung keine Sanktionen gegen Russland zu verhängen, vielleicht aufwiegen. Natürlich hängt es von den Launen von Putin ab, wie er das sieht.

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Reißt der Zufluss von Weizen-, Erdgas-, Erdöllieferungen und sonstiger Agrarprodukte aus Russland ab, würde in der Türkei Hungersnot ausbrechen. Die vorhandenen Nahrungsmittel wären unbezahlbar teuer und Brot, wovon die meisten Türken satt werden, müsste rationiert werden. Erdogan stellt gerade fest, wie unberechenbar die Diktatoren, die an narzisstischer Persönlichkeitsstörung leiden wie er, sind.

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