Russland marschiert in die Ukraine ein und die Weltwirtschaft in eine neue Krise

Russland schafft das immer wieder. Zu einer Zeit, in der die Welt mit der Digitalisierung und dem Fortschritt befasst ist, konnte man sich schwerlich vorstellen, dass es zu einem Krieg, rechts um die Ecke in Europa kommt. Es schien so, als könnte so etwas nicht mehr passieren. Krieg, oder dass ein Land in ein anderes Land einmarschiert, selbst wenn man Kopfkino laufen lässt, konnte man sich das nur noch als Schwarzweißfilm vorstellen, nicht in Farbe und HD, und im 21. Jahrhundert schon gar nicht.

Das erinnerte mich an die 1998er Krise, welche ihren Ursprung ebenfalls in Russland hatte. Der Zustand, in der sich die Welt derzeit befindet, kann durch die Sanktionen gegen Russland, wieder eine Finanz- und Wirtschaftskrise hervorrufen und wieder wegen Russland.

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Schon vor Putin bekriegte sich Russland mit den Tschetschenen. Dieser Krieg hatte die russische Wirtschaft in den Abgrund getrieben, so, dass diese die fälligen Zinsen der Anleihen ins Ausland nicht bedienen konnte.

Am härtesten traf dieser Zustand die LTCM – Long Term Capital Management, einen Investmentfonds, bei dem Experten und Nobelpreisträger im Vorstand saßen. Es sickerte damals durch, dass LCTM durch Ausfall der Zahlungen aus Russland 4,5 Milliarden USD Verlust machen würde. Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer durch die Finanzzentren weltweit.

Alle schauten Richtung FED, an deren Spitze Alan Greenspan, an seiner Seite der US-Finanzminister Robert Rubin und sein Stellvertreter Larry Summers. Diese strickten zum Glück einen Plan und die Weltfinanzwirtschaft machte vor der tiefen Schlucht kehrt. Das TIME Magazin erschien damals mit dem Cover der glorreichen drei. „Das weltrettende Komitee“ hieß es dort.

Die Frage ist derzeit, ob Russland die Zinszahlungen der Anleihen bedienen wird (können). Laut Financial Times von vorgestern muss Russland heute 117 Millionen USD an Zinsen zurückzahlen. Die Rating Agenturen haben Russland bereits noch weiter heruntergestuft. In derselben Ausgabe ist auch zu erfahren, dass die Schulden Russlands in Devisen, alleine über die Anleihen 38,5 Milliarden USD betragen und 20 Milliarden USD davon ausländische Investoren betreffen.

Auch sollen weitere 200 Milliarden USD an Wert Verpflichtungen, diesmal in Rubel, ebenfalls Anleihen, bestehen. Davon 20% an ausländische Gläubiger.

In solchen Fällen gibt es Finanzierungsinstrumente, die die Staaten in Anspruch nehmen können, um das Schlimmste abzuwenden, jedoch sind diese Kanäle, seit den Sanktionen gegen Russland, alle dicht.

Russland sind die Hände gebunden.

Die Analysten erwarten ein 15%iges Schrumpfen der russischen Wirtschaft für 2022. Wenn man bedenkt, dass dieser Fall ein Land trifft, das, was die Wirtschaft angeht, sowieso nicht auf Rosen gebettet war, sieht die Lage katastrophal aus.

Bis der Rubel, im wahrsten Sinne des Wortes mal wieder rollen kann, wird eine sehr, sehr lange Zeit vergehen und zwar ab da, wo sich alles normalisiert und Putin sich beruhigt hat. Davon sind wir bekanntermaßen weit entfernt.

Quo Vadis Welt?

Russland möchte die Ukraine vernichten, kleinkriegen, unterwerfen… Irgendetwas derartiges muss passieren, damit wir ein Ende des Krieges erleben. Eigentlich ist die Haltung Chinas in diesen Tagen von immenser Bedeutung. Die Welt verändert sich. Wir erleben gerade ein zweites 9/11. Und das so sehr, dass sogar die amerikanischen Republikaner und Demokraten wieder an einem Strang ziehen.

Pandemiebedingt mussten wir unsere Leben neu ausrichten und gestalten, aber was jetzt neuerlich auf uns zukommt, müssen wir abwarten und sehen. Besser wird es nicht mehr.

 

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