Der türkische Finanzminister: „Sagt was Ihr wollt, wir machen es passend!“

Der türkische Finanzminister spricht vor ausländischen Investoren und was er da sagt… Weiß er eigentlich was er da sagt? Erdogan hatte mal den ausländischen Investoren in Zusammenhang mit den türkischen Arbeitnehmern und den Gewerkschaften, vor Jahren mal gesagt: „Kommt und investiert, wenn Euch die Arbeiter Schwierigkeiten machen, werden wir diese zerdrücken.“ Ja, das hat er tatsächlich gesagt. Jetzt sagt sein Finanzminister in Richtung ausländische Investoren: „Investiert, sollten Hindernisse da sein, oder irgendwas Euch stören, werden wir es passend machen.“

So etwas sagt sich leicht, wo doch der Prächtige alleine entscheidet, wie was läuft und exakt das macht dem ausländischen Investor Kopfzerbrechen: „Kann es Rechtssicherheit geben, wenn einer alleine das Sagen hat?“

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Doch tun sie es immer wieder. Sie meinen, das flößt dem ausl. Investor Vertrauen ein, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wer heute einfach in die Richtung verbiegen kann, kann es, wenn es ihm nicht mehr passt, auch in die andere Richtung tun, ist die Schlussfolgerung davon.

„Unser Präsident steht hinter Euch, die Bürokratie werden wir schon kleinkriegen!“ sagt der Finanzminister und die Unternehmer klatschen. Warum eigentlich, wo sie doch in diesen rechtsfreien Raum sowieso nicht investieren würden. Außerdem muss man den Finanzminister fragen, wer denn die Bürokratie gemacht hat. Etwa nicht seine Regierung?

Früher, als wir mit deutschen Investoren mit irgendeinem Minister Termin hatten, wurde uns hinter verschlossenen Türen oftmals gesagt, dass man alles passend machen würde. Tatsächlich machten sie es auch. Nur, dieses unter vier bis sechs Augen zu sagen ist etwas anderes, als in aller Öffentlichkeit und vor laufenden Kameras. Das Versprechen des Ministers ist nichts anderes als die Zusage eines Rechtsbruchs, falls nötig.

In Deutschland z.B. wo Land, Energie, Steuern, Arbeitskraft… einfach alles teurer ist als anderswo, investieren die ausländischen Investoren gerne. Warum wohl? Weil die Gesetzte für alle gleich zum Einsatz kommen und solche Versprechungen, wie die des türkischen Finanzministers nicht gemacht werden.

Was würde passieren, wenn zwei Unternehmen einer Branche in der Türkei investieren möchten und der eine so und der andere so möchte? Wird man dann zugunsten des Unternehmens entscheiden, der mehr investiert?

Wenn alle die gleichen identischen Bedingungen haben, funktioniert es am besten. Ich vertrete die WirtschaftsWoche in der Türkei schon bald zwanzig Jahre. Die Anzeigenpreise sind für alle gleich. Ausnahmen? Keine! So ist das ein leichtes arbeiten. Sagt mir einer, er hätte ein günstigeres Angebot von der Zentrale aus Düsseldorf erhalten haben, weiß ich eines. Er lügt!

Nichts flößt mehr Vertrauen ein, als die Geradlinigkeit und Rechtstreue, ohne Wenn und Aber.

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