„And the Winner is….. Türkiye!“

Es ist entschieden worden, dass die Türkei im Ausland nicht mehr Englisch Turkey also Truthahn heißen soll. Also benutze ich Türkiye ebenfalls und gerne. Vor einigen Tagen schrieb ich noch, dass im Ukraine-Russland Konflikt der Hauptleidtragende die Ukraine und an zweiter Stelle die Türkei wäre. Eigentlich hätte die Türkei die Chance als Kriegsgewinnler dazustehen. Wie das?

Das wäre gegangen, wenn Erdogan die türkische Wirtschaft in eine ausweglose Krise hineingesteuert hätte, ohne die Absicht zu haben, was dagegen zu tun. Jetzt braucht er (fast) nichts mehr tun, weil nichts mehr geht. In dieser Situation ist die Türkei der große Verlierer. Die Wirtschafs- und Finanzkrise wird sich noch weiter verschärfen. Die steigenden Öl- und Gaspreise, die komplette Abhängigkeit bei den Weizenimporten von den Russen, wird die Krise noch befeuern. Die mit 50% bekanntgegebene Inflation (real über 100%), die steigende Arbeitslosigkeit und dem parallel kommende frohe Botschaft, dass die Wirtschaft abermals gewachsen ist (auf dem Papier) bringt die Türkei nicht weiter.

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„And the Winner is….. Türkiye!“

Dabei gibt es für Erdogan einen Weg, den er bestreiten und die Türkei und dabei vor allem sich, retten könnte. Ich sage das, auch wenn ich ihn als den Türkei-Hasser Nr. 1 bezeichne.

  1. Zurück zur parlamentarischer Demokratie bis zu den Wahlen in 2023. Seine derzeit unerschütterlichen Anhänger, die 30% der Wählerschaft ausmachen, würden in diesem Fall sicher auf 40% steigen.
  2. Anschließend eine Fünfjahresplan vorlegen, welches Hand und Fuß hat und andeutet, dass man an allen Ecken den Gürtel enger schnallen wird.
  3. Danach zu der von ihm gehassten IWF gehen und an die 500 Milliarden USD aufnehmen, die man rein zur Tilgung der Auslandsschulden und zur Stärkung der Wirtschaft einsetzt. Hierbei muss er akzeptieren, dass ihm stark auf die Finger geschaut wird, denn sonst gibt es kein Geld. Die Geldquelle ist ausschließlich die IWF, zumal diese, die einzigen sind, die den Rückfluss des Geldes überwachen können. Das derzeitige Geldbesorgen, mal 3 Milliarden USD aus Katar, mal 5 Milliarden USD aus China, bedeutet, dass man jedes mal ein Stück Türkei denen abgeben muss, zumal die Sicherheiten nicht vorhanden sind.
  4. Bei den Wahlen 2023 stellt er sich als Parteivorsitzende der AKP zur Wahl und zwar in der Absicht der Ministerpräsident zu werden. Den Präsidenten schränkt man in seinen Befugnissen, wie früher der Fall, ein. Er darf nur noch repräsentieren.
  5. 2002 hatte die AKP knapp über 30% der Stimmen und bekam 65% der Parlamentssitze. Bei diesem obigen Handeln würde Erdogan so viel Zuspruch zusätzlich bekommen, dass er auf 40% käme. Damit ist er zwar zum Schein nur der Ministerpräsident, aber immer noch der Alleinherrscher.
  6. Heißes Kapital würde wieder in die Türkei fließen und was noch wichtiger wäre, die Unternehmen, die jetzt gerade aus Russland rausgehen, würden größtenteils in die Türkei investieren, zumal sie hier bereits existierende Strukturen besitzen und Jahrzehnte ein Teil der türkischen Wirtschaft sind.

Genug geschrieben. Wird alles nicht passieren, zumal er auch nicht mehr der Jüngste ist und keine Zukunftsvisionen mehr hat. Machterhalt mit den Mitteln, die er noch zur Verfügung hat, koste es was es wolle. Am Ende noch mit Gewalt gegen die eigene Bevölkerung. Die Türkei ist komplett vom Ausland abhängig. Das hat sie den 20 Jahren Ära Erdogan zu verdanken.

Tatsächlich, die Türkei könnte am meisten davon profitieren, dass die Unternehmen aus Russland rausgehen. Am einfachsten, wenn der Erdogan weg wäre.

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