80% der Unternehmen werden Löhne und Gehälter um ca. 40% steigern.

Wer aus Deutschland staunt da nicht, wenn er solche Gehaltserhöhungen hört? Was sich viel anhört, ist eigentlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein in der hochinflationären Türkei, wo unabhängige Analysten die Inflation mit 170% bekanntgeben (AKP Statistikschönrechnebehörde mit 75%).

Die International tätige Page Group, die auch in der Türkei auf Fachkräftejagd ist, gab interessante Zahlen heraus. Die meisten Unternehmen müssen, und möchten, ohne auf den Staat zu warten, die Löhne erhöhen, zumal die Menschen unter den derzeitigen Umständen sonst nicht existieren können, schlecht gelaunt und mit wenig Arbeitsmoral ausgestattet unterwegs sind.

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Zum Jahresbeginn haben die meisten Unternehmen eine Gehaltserhöhung von 38-39% gegeben. Bei der Automobil- und Tourismusindustrie blieb man unter diesem Wert. 20% der Unternehmen sollen laut Page Group Befragung gesagt haben, dass sie bei dieser einen Erhöhung zu Beginn des Jahres, bleiben werden.

Viele Unternehmen aber werden Lohnsteigerungen von 30 bis 45% als Zwischenerhöhung anbieten, manche sogar 60%. Die Unternehmen, die sorgloser agieren, sind die, die gegen harte Devisen exportieren und durch den Wertverlust der Türkischen Lira zumeist auf der sicheren Seite sind. Seit dem die High Potentials den Weg ins Ausland suchen und finden, fokussieren sich die großen Unternehmen immer mehr auf die neuen Absolventen der Hochschulen und locken diese mit besseren Löhnen, wohlgemerkt im Verhältnis zu früher, ausreichend sind die Löhne alle Male nicht. Die Ingenieure erwarten, dass sie bei der ersten Lohnerhöhung ihre Erwartungen erfüllt werden. Auch müssen die Anforderungen an sie, ihrem Studium entsprechend, weg von der Monotonie sich weiterentwickeln. Sie bleiben im Schnitt 1,5 Jahre bei einem Arbeitgeber.

Wie Erdogan verkündete, möchte auch der Staat, unüblicherweise, eine Zwischenerhöhung der Mindestlöhne realisieren, damit die Menschen nicht meutern. Es ist auch so ein Wunder, dass sich niemand auf die Straße traut. Nicht auszudenken, welche Zustände unter der Bevölkerung in Deutschland, aber eher in Frankreich herrschen würden, wenn so viel Armut herrschen würde und welche nicht einmal schleichend aufkam. Die erwartete Steigerung des Staates wird natürlich sehr gering ausfallen, denn schließlich müssen sie die Arbeitenden auf Sparflamme halten müssen, damit die Türkei ein Billiglohnland bleibt.

Auto als Bonus ist weggefallen

Eine Zeit lang gab man dem neuen Mitarbeiter ein Firmenfahrzeug als Bonus. Derzeit, bei den hohen Spritpreisen, die sich innerhalb eines Jahres verdreifacht haben, ist ein Firmenauto eher eine Bestrafung. So gibt mal lieber Extrageld. Der betreffende soll dann selber entscheiden, wofür er es verwendet.

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