Türkischer Fußball: u.a. „Die Fenerbahçe Fans sind nicht von dieser Welt“

Bafétimbi Gomis, lässt sich mit 37 Jahren in der Türkei gutgehen.

Meine Kolumne aus dem TAGESSPIEGEL v. 24. 08. 2022. Ich denke, dass die o.g. Fans in Rage geraten werden. So sind sie halt.

Hoch hinaus (über türkischen Fußball und Mitnahmeeffekte)

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Bei Sportsendungen im türkischen Fernsehen, geht es eigentlich immer um Fußball. Istanbul hat sieben Vereine, die alle in der höchsten Liga spielen. Darunter die drei Großen Besiktas, Galatasaray und Erzrivale Fenerbahçe. Die beiden ersten vertragen sich noch. Aber die Rivalität der letzten zwei kennt keine Grenzen. Dabei sind die Fans von Fenerbahçe eigentlich nicht von dieser Welt. Sie verlieren nur aufgrund falscher Schiedsrichterentscheidungen … und gewinnt der Erzrivale irgendwo anders, dann ist das nur durch die Begünstigungen des Video-Assistent-Referee gelungen. Eigentlich geht es also nicht ums Fußballspielen, sondern nur um das Ergebnis.

Die Mannschaften finanzieren sich hauptsächlich durch die Übertragungsrechte. Der Pay-TV Sender gehört den Katarern. Dass die Gelder aus dem Übertragungstopf nicht reichen, um zu überleben, kann man sich denken. Die Schulden der Mannschaften betragen jeweils (trotz des 1:18 Umtauschkurses) einige hundert Millionen Euro. Ende offen! Hin und wieder werden Schulden abgetragen, zum Beispiel, wenn die Mannschaft Grundstücke besitzt. Auf null wird man bei den Schulden nicht mehr kommen.

Wie gesagt, die Fenerbahçe Fans leben in ihrer eigenen Welt. Sie sind die Größten, sagen sie. Auch in der Niederlage sind sie das. 2002 haben sie mal den Erzrivalen im eigenen Stadion 6:0 geschlagen – davon zehrten sie, glaube ich, fünfzehn Jahre. Bei jeder Niederlage wurde dieses Spiel ausgegraben. Ab und an spielt Fenerbahçe auch mal in Europa: Immer dann, wenn sie in Istanbul und auswärts spielen. Denn von den sieben Istanbuler Mannschaften sind fünf auf der europäischen Seite der Stadt zu Hause.

Wenn Weltfußballer in Rente gehen, machen sie das am besten in der Türkei. Bei Galatasaray ist jetzt zum Beispiel ein senegalisch-französischen Spieler, der vor seinem Wechsel ein Jahr keinen Fußball mehr gespielt hatte. Da man in der Türkei beim Fußballspielen nicht schwitzen muss, ist er bei Galatasaray gelandet. Mit 37 Jahren verdient er nun 7,1 Millionen Euro jährlich. Der vergangenes Jahr bei Fenerbahçe ausgebootete Mesut Özil verdiente natürlich noch mehr. Zur Zeit soll er vor allem mit seinen Bauvorhaben in der Türkei beschäftigt sein, heißt aus dem Vereinsumfeld. Özil ist beim Retortenverein der Familie Erdogan, Basaksehir, untergekommen. Dessen Besonderheit: Der Verein hat praktisch keine Anhänger. Falls doch mal nötig, werden sie herangekarrt. Wie bei den Wahlkampfveranstaltungen des Herrn E

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